Zaunkönigs Weg
Im April 2019 nahm ich an einer Visionssuche in Andalusien teil. Als Vorbereitung für diese Zeit, hatten die Teilnehmer die Aufgabe im Vorfeld zu Hause alleine zwei Medizinwanderungen durchzuführen. Einige Stunden alleine in der Natur unterwegs zu sein.
Sei offen für das was ist.
Geh dorthin wo es dich hinzieht.
Sei ohne Wünsch und Urteile.
Sei der Lebendigkeit der natürlichen Umgebung und ihren Botschaften an dich bewusst.
Wesen und Kräfte der Natur zeigen dir symbolisch und gleichnishaft Hinweise deiner Gaben, deiner Lebensrichtung.
Das erste was mir auffiel, war eine alte Eiche in welcher die Jahreszahl "1986" geschnitzt war. In diesem Jahr ist mein Opa verstorben. Er führte ein fest verwurzeltes Leben in seinem Ursprungsort und war Unternehmer, sowie auch viele seiner Geschwister. Das zweite was meine Aufmerksamkeit berührte, war ein Zaunkönig der überraschend aus einer Hecke heraussprang. Klein und verspielt, zart und königlich. Als ich vier Wochen später meine zweite Medizinwanderung machte, flog gleich zu Beginn wieder ein Zaunkönig auf meinen Weg. Leicht sprang er zwischen den Zweigen hin und her.
Da dieses zweimal direkt zu Beginn meiner Medizinwanderung passierte, war für mich ein deutliches Zeichen mich mehr mit dem Vogel und seiner Natur zu beschäftigen.
In meiner zweiten geplanten beruflichen Auszeit in 2020, entwickelte sich die Vision einen Auszeitort für Menschen für Rückzug und Regeneration zu gestalten. Einen Ort an welchem ich selbst auch leben und arbeiten konnte. Die Natur des Zaunkönigs, spielte bei der inhaltlichen Gestaltung eine wesentliche Rolle. Ich entwickelte einen Businessplan für den "Auszeithof Zaunkönig", welcher dann aber letzten Endes in der Schublade verschwand. Corona machte die Gründung eines solchen Unternehmens unmöglich und ich war letztendlich auch nicht so weit. Und so nahm ich erneut eine angestellte Tätigkeit an und mein innerer Wunsch nach freier und kreativer Tätigkeit wurde wieder zurückgestellt. Einige Zeit ging dies ganz gut, doch Anfang 2024 entschied sich dann mein Körperbewusstsein die Reißleine zu ziehen. Es ging einfach nicht mehr, dass musste ich mit Widerwillen anerkennen. Ab Februar 2024 wurde ich krankgeschrieben und vier Wochen später war ich für 7 Wochen in einer psychosomatischen Klinik im Allgäu. Im Anschluss daran weiterhin krank geschrieben, lief Mitte Juli zudem noch mein 3-jähriger Zeitvertrag aus.
Meine Therapeutin hat immer wieder betont, dass innere Arbeit auch wie Arbeiten ist. Und das es wichtig ist, sich dieses immer wieder neu bewusst zu machen. Sprich die inneren Prozesse benötigen viel Energie und müssen auch verdaut werden. Das beruhigte meine innere Unruhe manchmal, die oft in irgendwelcher Aktivität mündete. Und so konnte ich mich auch mehr auf den Prozess der Therapie und auch des Lebens einlassen. Ende 2024 merkte ich aber eine zunehmende Müdigkeit und Sättigung von der vielen inneren Arbeit. Ich merkte, dass es etwas Neues benötigte. Ich begann spontan wieder im Chor zu Singen und legte in einem Gemeinschaftsgarten intuitiv ein kreatives Beet an. So kam ich wieder mehr und mehr in Verbindung zur Mutter Erde und zu meiner inneren Schöpferkraft. Ein neuer Boden breitete sich in mir aus. Die längere Auszeit, war dafür sicherlich ein Zeit der Vorbereitung. Ich war zu diesem Zeitpunkt ja bereits über 10 Monate nicht mehr im normalen Arbeitssystem.
Im Dezember 2024 bekam ich eine Postkarte geschenkt, welche zu einem Impuls für einen neuen kreativen Weg wurde. Dieser Same versorgte ich die folgenden Monate mit dem, was er zum Leben brauchte. Und damit habe ich mich neu auf den Weg zu mir selbst gemacht und dem Raum gegeben, was die vergangenen Jahre ziemlich am Verdursten war. Mit dem entstehenden Projekt, konnte ich Werte meines Inneren endlich zusammenführen und mit Leben füllen. Ganz getreu dem Motto, "das Kind in dir muss Heimat finden". Dies war aber kein geplanter Prozess. Es war immer wieder ein Spüren und Raum geben, was da in mir leben wollte. Das Leben meiner Kreativität und meiner Werte, gab mir Kraft, Struktur, Sinn und immer wieder begeisternde Freude. Zu Beginn hatte ich einfach den Impuls, selbst einfach zwei Postkarten zu gestalten. Als ich diese dann in meinen Händen hielt, ging es Schritt für Schritt weiter, der kreative Prozess kam ins Rollen.
Immer wieder habe ich mich neu auf den Weg gemacht, mit dem Ziel mehr in die Verbundenheit mit dem Leben zu kommen, dieses mit allen Sinnen zu erfahren. Es war ein langer Weg und ich bin immer noch unterwegs. Das Bild im Hintergrund steht symbolisch für diese Wanderung. Anfang 2025 begann ich mit dieser Website und dem Projekt "Zaunkönig". Der kleine Vogel sprang ja schon seit einigen Jahren in mir herum. Doch es brauchte eben noch einige Zeit, bis er sich dann auch im Außen zeigte. Er zeigte mir den Weg zurück zu meiner Kreativität die lange Zeit nur ein Schattendasein führte. Und mit der Verbindung damit, kam auch mehr meine Lebendigkeit zurück. Und dafür bin ich sehr dankbar. Durch die Verbindung meiner inneren und äußeren Bilder, kommt etwas in mir zum Fließen was lange gestaut war. Es wird etwas rund, es wird etwas ganz. Nach dem ich selbst lange gesucht hatte. Der Zaunkönig in mir lehrt mich zu Fliegen und mein Königreich zu gestalten.
Und so schließt sich auch der Kreis zu meiner Medizinwanderung in 2019. Wie der Zaunkönig gestalte ich nun selbst bestimmt, vergnügt und frei, mein kleines Königreich. Und gestalte die eigene Welt, mit dem was gerade da ist, neu und schön. Mitte Juni 2025 meldete ich zum ersten Mal in meinem Leben ein Unternehmen an. Und so wurde ich wie mein Opa, ein selbstverantwortlicher Unternehmer. Und so haben die ersten beiden Symbole meiner Medizinwanderung in 2019, mir wirklich den Weg gezeigt. Dies kann ich heute erkennen, auch wenn dies auf meinem Weg seither oft nicht ersichtlich war, so waren diese doch wichtige Zeichen für meine eingeschlagene Richtung. Immer mehr raus aus dem Kopf und der Kontrolle, hinein in das wachsende Vertrauen mich auf den Prozess des Lebens einzulassen. Das Leben dass durch mich in die Welt fließen möchte.
Die Schätze des Zaunkönigs möchten Dich auf Deinem Weg zu Dir und zu Deiner Schöpferkraft unterstützen. Sie möchten als Wegweiser fungieren, Dich neu dem Leben anzuvertrauen. Und immer mehr in ein Spüren zu kommen, was das Leben gerade von Dir fordert, wo es Dich hinführen möchte. Ich denke man braucht nicht unbedingt dafür eine längere Auszeit, aber es benötigt im Alltag kleine Auszeiten zum Nachspüren, zum Innehalten und zum Staunen. Wenn Dich die Schätze des Zaunkönigs dafür sensibilisieren und Du Dich neu an der Schönheit des Lebens erfreuen kannst, dann ist es mir selbst eine große Freude, dafür ein Stück weit Impulsgeber zu sein.
Matthias Friedmann
Zaunkönigs Botschaften
Der Zaunkönig ist ein gutes Beispiel dafür, dass die inneren Werte zählen und zur wahren Größe führen. Er lehrt uns, dass man Schwäche mit Klugheit kompensieren kann.
So weist er Dich darauf hin, dass Du Dich oft kleiner machst, als Du wirklich bist.
Er ermutigt Dich, einfach Dein Lied zu singen.
Nicht mehr zu flüstern, um niemanden zu enttäuschen oder zu verärgern.
Sondern die Fenster zu öffnen, die Enge hinter sich zu lassen und dem inneren Himmel Raum zu geben.
Der Zaunkönig ist Botschafter versteckten Wissens. Das Leben spielerisch meistern und auf eigene Stärken vertrauen; die Schönheit des Lebens in jeder Lage zu suchen. Er baut bis zu 12 Nester für seine Königin, diese entscheidet sich dann für das schönste.
Lass Dich vom Zaunkönig führen, denn er führt Dich zu Harmonie und Einklang – mit Dir selbst, der Natur und Deiner Umwelt. Eine Hecke für ein Königreich: bunt gemischt aus vielen Arten, möglichst dornig und unfrisiert, ein richtiger Zaunköniggarten. Der darf schon etwas verwildert sein. Entscheidend für die Wahl seines Reviers ist der Faktor Sicherheit. Der Zaunkönig möchte Dich zu Deinem „Revier“ führen, Dich dabei unterstützen dieses zu entdecken und daraus Dein Königreich zu gestalten. Um der Natur des Zaunkönigs in Dir selbst Raum zu geben.
Was ist meine Stimme, meine Melodie?
Wobei tanze und singe ich?
Suche ich die Schönheit des Lebens?
Wo brauche ich Schutz?
Was brauche ich?
Handle ich in Klugheit und Weisheit?
Bin ich in Kontakt mit Wildnis und Natur?
Gestalte ich kreativ und spielerisch mein Leben?
Bin ich der König meines Lebens?
Verlasse das sichere Nest und entdecke die Welt,
damit die Welt Dich entdecken kann.
Wo stehen wir?
Draußen blüht der Frühling, doch innerlich – und gesellschaftlich – fühlt es sich für viele eher nach Herbst oder sogar Winter an. Während sich die Natur entfaltet, erleben wir kollektive Krisen, Orientierungslosigkeit und tiefe Erschöpfung. Die große Erzählung von Fortschritt, Wachstum und Wohlstand verliert spürbar an Strahlkraft. Die Klimakrise wird zunehmend zur Frage der Anpassung erklärt – der Ausnahmezustand wird Normalität.
Die Menschheit steht an einer Schwelle. Allerdings auf eine Art, die wir uns sicherlich nicht gewünscht und gedacht haben. In der Corona-Pandemie erlebten wir alle eine unfreiwillige Auszeit vom bisherigen. Es war eine Zäsur unserer bisherigen Lebensweise. Im Anschluss daran der Krieg in Europa und zunehmende wirtschaftliche Unsicherheiten. Die zunehmende Gewalt und Angst vor der Zukunft. Das Gefühl für ein stimmiges uns dienendes Maß ist uns verloren gegangen, bzw. vielleicht haben wir es auch nie gelernt. Weil unsere Eltern und Vorbilder schon genauso in dieser Abhängigkeit gefangen waren. Das andere besser wissen, was gut für uns ist. Die Medien, die Unternehmen, die Berater, die Politiker, die Pharmaindustrie, Google, Amazon, die SmartWatch, das Gesundheitsarmband,….. wir sind eine abhängige Gesellschaft geworden.
Wie sind wir unterwegs?
So wie in einem Schnellzug oder wie auf der Autobahn rasen wir heutzutage durchs Leben. Die kleinen Wunder am Weg, die Bäume, Blumen und Schmetterlinge, die unsere Seelen mit bunten Bildern nähren würden, entgehen uns. Oft sind wir nicht bei uns. Wir sind nicht zuhause. Wir überhören das Klopfen in uns, wir überhören das, was es uns sagen möchte, wir überhören die Warnzeichen unseres Körpers.
Unsere Aufgabe ist es bei uns selbst, in unserem Herzen ankommen, uns selber wieder spüren. Wenn ich mich selbst nicht spüre, vermag ich auch den Geist des Lebens nicht zu spüren. Der Weg, der uns wieder zu uns Selbst und zu unserer Heimat führt, ist der des Innehaltens, des Schauens, des Sich-Zeit-Nehmens, um immer wieder in die Ewigkeit einzutauchen. Es ist schließlich unsere Zeit und diese liegt in unserer Macht liegt. Raus aus der Hilflosigkeit, hinein in die Selbstwirksamkeit.
Wie geht es weiter?
Zu Beginn der Pandemie, erblühte die Natur im Frühling 2020 in ihrer vollen Pracht. Als wollte sie uns mit ihrer Schönheit betören und uns zeigen, dass die Natur selbst keinen Lockdown kennt. Die Schönheit nährt uns. Wenn die Seele die Schönheit sieht, dann erinnert sie sich an das Eigentliche. Schönheit hat einen Sinn in sich selbst. Sie ist nicht funktionell. Sie ist wie die Blume, die blüht, um zu blühen. Es spielt keine Rolle, ob sie gesehen wird oder nicht, wie der Mystiker Angelus Silesius sagt. Doch wer ist nicht fasziniert von einer Blume, die unentgeltlich ins Universum lächelt?
Wie es mit unserem Leben auf dieser Erde weitergeht steht in den Sternen. Es ist an der Zeit, dass wir uns wieder mit der Kraft des Lebens verbinden und loslassen von allem was uns davon trennt. Für den Ausstieg aus dem Hamsterrad unserer Lebensweise benötigt es eine Bereitschaft und Erfahrungsräume wo wir dieses möglich ist. Räume welche mich darin unterstützen, zu mir selbst zurück zu kommen. Das Portal www.heimatfinden.jetzt soll dafür eine Plattform bieten und Dich mit den Schätzen des Zaunkönigs dabei begleiten.
Wie macht es die Natur?
Ich halte mich an die Sichtweise vieler Naturvölker: Die Welt, die Natur, ist gut. Sie braucht keine Manipulierung, keine Verbesserung. Unser Mut, unser Bekenntnis zur Wahrheit, unsere Liebe, das göttliche Selbst, das in unserem Herzen wohnt, lässt uns die Illusion und den Wahn, dem die Menschen immer wieder verfallen, durchschauen. Wer sich wirklich Zeit nimmt um in die Natur zu gehen und diese aufmerksam zu betrachten, wird schnell bewusst wie entfremdet er und unser gesamtes Leben davon ist. Gleichzeitig geschieht in der Betrachtung auch eine Rückverbindung. Eine innere Rückkehr ist notwendig um die Not in uns und um uns zu wenden. Wir können unsere Welt nicht mit dem gleichen Geist erneuern, mit welchem wir diese erschaffen haben. Um diese Rückverbindung zu unterstützen, habe ich dieses Herzensprojekt entwickelt.